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Studie: Auch das Grundwasser ist dem Klimawandel ausgesetzt

(vom 18.02.2019)

Die Auswirkungen des Klimawandels werden erst in den nächsten 100 Jahren im Grundwasser nachweisbar sein. Hierauf wies das Leibniz-Institut für Marine Tropenforschung in einer Meldung hin.

 

In den meisten Regionen der Welt werden sich die Auswirkungen heutiger Klimaveränderungen auf das Grundwasser erst in den nächsten 100 Jahren offenbaren und so das Leben unserer Folgegenerationen beeinflussen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie unter Beteiligung des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT), in der untersucht wurde, wie schnell das Grundwasser auf klimatische Änderungen reagiert. Demnach speise sich Grundwasser vor allem aus Regen, der im Boden versickere und dort gespeichert werde. Langsam, oft nur mit einer Geschwindigkeit von wenigen Metern pro Jahr, fließe das Wasser dann in Bäche, Flüsse, Seen oder direkt ins Meer ab. Auf die Eigenschaften eines solchen Grundwassersystems hätten verschiedene Faktoren Einfluss: die Beschaffenheit des Bodens beispielsweise, oder die Neigung des Geländes. Sie bestimmten darüber, wie schnell das Wasser ausgetauscht werde.

Laut ZMT trugen die an der Studie beteiligten Wissenschaftler aus Europa, Nordamerika und Australien weltweite Datensätze über die Merkmale der Grundwassersysteme zusammen. Anhand von Simulationsmodellen berechneten sie die Reaktionszeit der Systeme auf eine gesteigerte oder gedrosselte Wasserzufuhr, wie sie im Rahmen des Klimawandels zu erwarten sei. Dabei stellte sich heraus, dass sich in vielen Gebieten erst in 100 oder mehr Jahren ein Einfluss des Klimawandels auf das Grundwasser bemerkbar machen werde. Je nach Beschaffenheit könne ein Grundwassersystem Schwankungen in der Wasserzufuhr unterschiedlich gut abpuffern. In trockenen Regionen sei die Zeitspanne besonders lang. Dort liege der Grundwasserspiegel meist tief in der Erde, der Austausch mit der Landoberfläche sei gering.

Doch liege in der langen Reaktionszeit der Grundwassersysteme die Tücke, erklärten die Forscher vom ZMT. Grundwassersysteme verfügten über ein „Gedächtnis“, das sich als ökologische Zeitbombe erweisen könne. Was ihnen heute widerfahre, werfe seine Schatten weit in die Zukunft und beeinträchtige die Lebensbedingungen unserer Urenkel. Grundwasser sei die größte Frischwasserreserve der Erde. Mehr als zwei Milliarden Menschen bezögen ihr Trinkwasser aus dem Grundwasser.

Redaktion: EK / Redaktion mehrFach

 

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